Formale Definition
Ein Laplace-Experiment liegt vor, wenn alle Elementarereignisse gleich wahrscheinlich sind. Dann gilt für jedes Ergebnis \(\omega \in \Omega\):
Für ein beliebiges Ereignis \(A \subseteq \Omega\) gilt dann:
Voraussetzung: Die Laplace-Formel gilt nur, wenn alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind! Ein gezinkter Würfel ist kein Laplace-Experiment.
Eigenschaften der Wahrscheinlichkeit
Aus der Definition folgen wichtige Eigenschaften (Axiome von Kolmogorow):
- \(0 \leq P(A) \leq 1\) für jedes Ereignis \(A\)
- \(P(\Omega) = 1\) (das sichere Ereignis hat Wahrscheinlichkeit 1)
- \(P(\emptyset) = 0\) (das unmögliche Ereignis hat Wahrscheinlichkeit 0)
- \(P(\bar{A}) = 1 - P(A)\) (Gegenwahrscheinlichkeit)
Oft ist es einfacher, die Gegenwahrscheinlichkeit zu berechnen und dann \(P(A) = 1 - P(\bar{A})\) zu verwenden.
Beispiele
\(\Omega = \{1,2,3,4,5,6\}\), \(|\Omega| = 6\)
Ereignis \(A\) = „gerade Zahl" = \(\{2, 4, 6\}\), \(|A| = 3\)
\(P(A) = \frac{3}{6} = \frac{1}{2} = 0{,}5\)
\(\Omega\) enthält alle geordneten Paare \((i,j)\) mit \(i,j \in \{1,...,6\}\), also \(|\Omega| = 36\).
\(A = \{(1,6),(2,5),(3,4),(4,3),(5,2),(6,1)\}\), \(|A| = 6\)
\(P(A) = \frac{6}{36} = \frac{1}{6} \approx 16{,}7\%\)
Aus einem Skatblatt (32 Karten) wird eine Karte gezogen. \(|\Omega| = 32\)
Ereignis: „ein Ass ziehen". Es gibt 4 Asse, also \(|A| = 4\).
\(P(\text{Ass}) = \frac{4}{32} = \frac{1}{8} = 12{,}5\%\)
Gegenwahrscheinlichkeit nutzen
Manchmal ist das Gegenereignis einfacher zu zählen:
Übungen
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem fairen Würfel eine Zahl \(\geq 5\) zu werfen?
Aus einer Urne mit 3 roten, 5 blauen und 2 grünen Kugeln wird eine gezogen. Wie groß ist \(P(\text{nicht blau})\)?
Zwei faire Münzen werden geworfen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für genau einmal Kopf?
Zwei faire Würfel werden geworfen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Augensumme mindestens 10 beträgt?
Welches der folgenden Experimente ist kein Laplace-Experiment?